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Meet Magento Schweiz 2015

Zum zweiten Mal nach 2014 fand die Meet Magento in der Schweiz statt. Zahlreiche Teilnehmer aus der Schweiz, Deutschland, Frankreich etc. waren gekommen, um bei den 27 Vorträgen und Podiumsdiskussionen zu Themen rund um den E-Commerce im Hotel Riverside in Glattfelden bei Zürich dabei zu sein.

Einen kurzen Moment waren wir uns echt nicht sicher, ob wir auch tatsächlich auf der Konferenz ankommen würden. Das Navi hatte uns am Freitagmorgen mitten durch den schweizerischen Wald, über einen Hügel und auf einen Schotterweg geschickt und dabei war das Ziel doch nur noch 500 Meter entfernt. Kommen denn alle Teilnehmer mit Allradantrieb? Dann aber doch große Erleichterung, als wir aus dem Wald herausfuhren und das Hotel Riverside vor uns auftauchte.

Man muss ein Gewinner werden

Eines der zentralen Themen, die vortragsübergreifend auf der Konferenz immer wieder zu Sprache kamen, war die Customer Experience und die Frage, warum Kunden nicht kaufen? Das kann natürlich zahlreiche Gründe haben. Einer davon ist die Unzufriedenheit mit dem Service und die Art der Selbstinszenierung. Laut Livio Sidler (Swiss Online Group AG) sollte man sich eine „Winner Attitude“ zulegen, denn Kunden wollen von Gewinnern kaufen. Dann lassen sich nicht nur Kunden, sondern auch Fans gewinnen, die eine viel höhere Loyalität zum Unternehmen und der Marke aufweisen. Wichtig sei es dann aber auch, diese Loyalität zu belohnen. Und: Cross-Selling ist wichtig, aber man sollte die richtigen Fragen stellen und die empfohlenen Produkte sollten nie mehr als 25% als der eigentliche Artikel im Warenkorb kosten.

Eine weitere Faustregel, die man sich merken sollte: Nie mehr als sieben Mal das gleiche Produkt in einem Banner bewerben, ansonsten erreicht man genau das Gegenteil: Man nervt den Kunden, so Norman Irion von der netpulse AG. Und wer mit seinem Shop in Sachen Design, Funktionalität und Qualität nicht überzeugen kann, dem hilft auch der höchste Traffic nicht. Der Grund Nummer eins, warum die User Shops verlassen, ist laut Bruno Verhaeghe von CoScale die lange Ladezeit. Drei Sekunden seien die Nutzer gewillt zu warten, danach verliert man pro Sekunde 27% der Conversions. Hier heißt es also, erst einmal die Hausaufgaben richtig machen und für kürzere Ladezeiten und für ein Responsive Design zu sorgen, um vor allem auch dem Mobile Commerce gerecht zu werden.

Noch viel ungenutztes Potenzial in der Schweiz

Interessant war zu sehen, wie viel Potenzial im schweizer E-Commerce steckt. Die netcomm suisse präsentierte einige eindrucksvolle Zahlen, die zeigen, dass sich nicht nur eine Investition in schweizer E-Commerce-Unternehmen lohnt, sondern es auch für ausländische Unternehmen Sinn macht, auf dem schweizer Markt aktiv zu werden. 70% der schweizer Online Shopper kaufen nämlich im Ausland ein und insgesamt geben die Schweizer pro Jahr 8.3 Mrd. Euro für Produkte aus dem E-Commerce aus. Umgekehrt kaufen Briten, Deutsche, Franzosen und Italiener etc. auch gerne crossborder bei den Schweizern, da der Qualitätsanspruch geschätzt wird. Insgesamt seien es 30 Mio. Online Shopper weltweit, die daran interessiert sind.

Auch wenn die Rechnung für die Schweizer wie auch für die Deutschen nach wie vor die beliebste Bezahlmethode ist, an PayPal kommt man mittlerweile nicht mehr vorbei. Wer also im E-Commerce national wie international  unterwegs ist, der muss PayPal anbieten. Die Verbraucher erwarten dies einfach. Noch leichter soll das Bezahlen nun mit PayPal One Touch ablaufen. Nach einmaligem Einloggen braucht man nie wieder ein Passwort zu benutzen und kann direkt den Kauf abschließen. Alles für eine reibungslose Shopping Experience und mehr Conversions.

Perpetual Disruption – am Knie der Zeitenwende

Einer der interessantesten Vorträge war der von Alain Veuve von der AOE Switzerland GmbH und handelte von der Digitalen Transformation. Wir treten gerade in das Zeitalter der Perpetual Disruption ein. Dieses Zeitalter ist geprägt von immer schneller werdenden Wandlungszyklen durch den technischen Fortschritt. Diese Wandlungszyklen werden bald so schnell immer und immer wiederkehren, dass sie zur alltäglichen Regel werden.

Der technische Fortschritt wächst dabei exponentiell und wir stehen gerade am Knie oder der Biegung der Kurve. Die Zukunft zeigt steil nach oben. Die Welt wird sich immer rasanter verändern, sodass wir uns heute schon nicht mehr vorstellen können, was in 10-20 Jahren sein könnte. Das stellt nicht nur die Gesellschaft sondern auch die Wirtschaft vor ganz neue Herausforderungen. Was bedeuten immer schneller werdende Innovationszyklen für die Lebensdauer von Unternehmen, wie können Unternehmen davon profitieren, wie sich neu aufstellen etc.? Die Digitale Transformation sollte dabei oberste Priorität haben. Den Anschluss sollte man nicht verpassen.

Abschließend…

12178079_935976936440461_1979406512_nZum Ausklang der Konferenz gab es ein Bowling Turnier, welches Michael Türk souverän für Flagbit gewann. Danach ging’s wieder Richtung Karlsruhe. Diesmal ohne Feldwege.

PS: Magento 2 kommt. Und zwar noch in diesem Jahr. Mit verbesserter Administration, verbesserter Performance, verbesserter Integration…

 

 

 

Ralf Theis
Ralf Theis
Ralf Theis ist PR & Marketing Manager bei der Flagbit GmbH & Co. KG. Als studierter Germanist kümmert er sich um das Content Marketing bei Flagbit und ist zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit, Social Media und die Organisation des E-Commerce Forums Karlsruhe. Er beschäftigt sich intensiv mit aktuellen E-Commerce Trends sowie innovativen Shopkonzepten und bloggt regelmäßig auf ecommerce-forum.de.

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