PIM Systeme im B2B – eine Frage der Zeit!

Die Wichtigkeit von Produktdaten im E-Commerce steht außer Frage. Ohne die relevanten Daten bräuchte man gar nicht versuchen, ein Produkt zu verkaufen. Wie auch, es fängt ja bereits bei Produktname und -preis an. Wo Produkte sind, fallen Daten an und das in geraumen Mengen. Von Artikelnummern über Produkteigenschaften bis hin zu Versandspezifika. Und jeder Unternehmensbereich ist auf die unterschiedlichsten Daten angewiesen. Eine zentrale Pflege dieser Daten ist also eigentlich kein Nice-to-, sondern ein Must-have. Gerade bei B2B Transaktionen sind Geschäftskunden, mehr noch als Endkunden, die Informationen auch gerne überfliegen, auf die vollständigen und richtigen Produktinformationen angewiesen. Ohne ein PIM (Product Information Management) ist das eigentlich eine unnötige Herkulesaufgabe.

Daten, Daten und noch mehr Daten

Exceldateien, WaWi, ERP und oft auch noch Worddokumente – so sieht die Realität bei vielen Unternehmen aus, wenn es um die Pflege von Produktdaten geht. Hinzukommen Datensilos, da die einzelnen Abteilungen teils unabhängig voneinander arbeiten, auf unterschiedliche Daten angewiesen sind und neue Daten generieren. Von einer einheitlichen Pflege, geschweige denn einer unternehmenszentralen Verwaltung der Produktdaten sind viele Firmen meilenweit entfernt, was ganz konkrete Auswirkungen auf die Agilität und Produktivität des Unternehmens hat. So lassen sich Daten teilweise nur sehr schwer auffinden und manche Abteilungen wissen womöglich gar nicht, dass bestimmte Daten überhaupt existieren.

Hierarchien und Strukturen, die über mehrere Jahrzehnte gewachsen sind und in der Vergangenheit zum Unternehmenserfolg beigetragen haben, müssen aufgrund von sich kontinuierlich verändernden Anforderungen im Digital Business kritisch hinterfragt und auf Effizienz geprüft werden. Der Umgang mit Produktdaten ist dabei kein Nebenkriegsschauplatz, sondern benötigt eine hohe Priorisierung, um die Daten einheitlich und zentral zu verwalten.

Was tut das PIM System?

Ohne lange um den heißen Brei herumzureden, ein PIM System ist für Unternehmen im E-Commerce, ganz gleich ob B2C oder B2B, ein effizientes Tool, um diese Datensilos aufzubrechen und die Prozesse der Datenverwaltung und Datennutzung zu optimieren. Ein PIM bündelt alle Informationen, die zu einem Produkt existieren und von den verschiedensten Systemen bereitgestellt werden, an einer zentralen Stelle. Durch die Medienneutralität sind die Produktdaten dann für alle Einsatzzwecke und Abteilungen abruf- und nutzbar. Das schließt sowohl die eigenen Datenbanken wie auch die Daten von Lieferanten und der Logistikabteilungen etc. mit ein. Damit lässt sich insbesondere kostbare Zeit einsparen!

Der Content übernimmt die Beratung

Zudem ist im Onlinehandel die Vollständigkeit von Produktdaten ein wichtiges Merkmal für gute Beratung, denn was im Laden der Verkäufer übernimmt, muss online der Content erfüllen. Je besser die Beratung, desto besser kann sich auch der Kunde ein genaues Bild des Produktes machen und eine Retoure wird nach dem Kauf unwahrscheinlicher. Und insbesondere Geschäftskunden sind diesbezüglich noch mehr auf die Produktdaten angewiesen als Privatkunden, da geschäftliche Transaktionen und Ausgaben nachvollziehbar sein müssen.

Die zentrale und medienneutrale Verwaltung und Ausgabe der Daten durch ein PIM garantiert dabei, kanalübergreifend die Einheitlichkeit und Vollständigkeit der notwendigen Produktdaten. Das bringt vor allem für B2B Unternehmen enorme Vorteile, denn viele Hersteller und Großhändler setzen weiterhin auf den Printkatalog als wichtigen Marketing-/Vertriebskanal, der auch weiterhin eine große Rolle einnehmen wird, aber vor allem in Verbindung mit dem Online Shop gesehen werden muss. Viele Kunden sichten zuerst die gedruckten Kataloge und entscheiden sich dann online zu kaufen. Was wäre also naheliegender, als dass die Redakteure der Online- und Printkataloge aus der gleichen Datenquelle schöpfen können.

Die wichtigsten Vorteile für B2B Unternehmen

Zugleich können die Daten im PIM in mehreren Sprachen hinterlegt und ausgegeben werden, was gerade für international operierende B2B Unternehmen ein zentrales Asset darstellt. Mit der Anzahl der Sprachen steigt auch der Nutzen einer PIM-Lösung, sodass die initialen Kosten schon innerhalb kürzester Zeit gerechtfertigt sein werden.

Die Vorteile eines PIMs für B2B Unternehmen zusammengefasst:

  • Zentrale Verwaltung, Pflege und Ausgabe der Produktdaten (auch in mehreren Sprachen)
  • Zeitersparnis durch reduzierte Rechercheaufwände
  • Kanalübergreifend und medienneutrale Ausgabe
  • Einheitlicher Datenaustausch innerhalb des Unternehmens und mit externen Partnern
  • Minimierung unvollständiger oder fehlerhafter Produktdaten

Fazit

Die hohe Komplexität der Prozesse im B2B Commerce macht den Einsatz eines PIMs dringend notwendig, wenn auch in Zukunft die Effizienz und Produktivität gewährleistet werden soll. Als Hersteller oder Großhändler sollte ein solcher „Masterkatalog“ ein zentraler Bestandteil des Unternehmens sein, damit die dadurch freiwerdenden Ressourcen an anderer Stelle gewinnbringend eingesetzt werden können.

Anbieter gibt es diesbezüglich einige. Zu nennen ist hier insbesondere Akeneo, das durch seinen dreiteiligen Prozessaufbau in „Sammeln, Anreichern und Verteilen“ ein hervorragendes Tool bereitstellt, um die Produktdaten über alle Datenquellen und alle Marketingkanäle hinweg zu harmonisieren. Und wer weiterhin auf den Einsatz von Excel besteht, der kann über den Akeneo XLSX Connector Attribute und andere relevante Informationen direkt als Exceldokument exportieren.

(Titelbild: Garsya / Shutterstock)

Ralf Theis
Ralf Theis
Ralf Theis ist PR & Marketing Manager bei der Flagbit GmbH & Co. KG. Als studierter Germanist kümmert er sich um das Content Marketing bei Flagbit und ist zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit, Social Media und die Organisation des E-Commerce Forums Karlsruhe. Er beschäftigt sich intensiv mit aktuellen E-Commerce Trends sowie innovativen Shopkonzepten und bloggt regelmäßig auf ecommerce-forum.de.

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