shutterstock_145944785

Wächst der deutsche E-Commerce auch weiterhin?

Das IFH Köln wagt den Blick in die Zukunft und errechnet drei mögliche Szenarien für die Entwicklung des Umsatzes im Online-Handel bis zum Jahr 2020. Der deutsche E-Commerce wächst auch 2015 zweistellig. Rund 46 Mrd. Euro brutto (inkl. MwSt.) werden dieses Jahr in der Bundesrepublik voraussichtlich online umgesetzt. Wie aber verhält es sich damit in fünf Jahren. Um das zu bewerten, hat das Institut für Handelsforschung Köln (IFH) drei Varianten errechnet, wie sich der deutsche E-Commerce bis 2020 entwickeln könnte. Dabei wurden Faktoren wie demografischer Wandel und der Ausbau der Multi-/Omnichannel-Konzepte durch den stationären Handel miteinbezogen.

ifhIn Szenario 1 prognostiziert das Institut eine Verdreifachung des Online-Umsatzes auf 118 Mrd. Euro brutto. Um ein derartig großes Wachstum zu erreichen, müssten die Anbieter allerdings zahlreiche Innovationen in Logistik und Personalisierung etc. zum Einsatz bringen, die dann auch von den Verbrauchern positiv angenommen werden.

Im zweiten Szenario schwächen sich die Wachstumsraten deutlich ab und man erreicht bis 2020 einen Online-Umsatz von 73 Mrd. brutto. Grund für diese Berechnung sind Annahmen, dass der E-Commerce zur Selbstverständlichkeit wird, immer noch neue Käuferschichten gewonnen werden können, der Omnichannel-Service allerdings zu vermehrten Umsatz bei den stationären Geschäften führt.

In Szenario 3 geht die Forschung von einer ersten Sättigung des Marktes aus und es kommt nur zu einem         E-Commerce-Umsatz von 52 Mrd. Euro brutto, weil es zu wenig innovative Impulse gibt oder diese nicht von den Verbrauchern angenommen werden. Hinzukäme das Erreichen einer Sättigungsgrenze bei Büchern, Mode, Elektronik und anderen Vorreiterbranchen. Außerdem würde auch hier der stationäre Handel vermehrt von den Omnichannel-Konzepten profitieren.

Szenario 3 wird allerdings für die unwahrscheinlichste Entwicklung erachtet, da man zahlreiche und erfolgreiche Innovationen im E-Commerce erwartet. Eine der entscheidenden Fragen ist auch, wie sich der Online-Handel mit Lebensmitteln gestalten wird. Nach Amazon Pantry startet da jetzt auch Lidl mit der Vorratsbox in den E-Commerce. Es bleibt abzuwarten, ob das bei der älterwerdenden Gesellschaft zunehmend zu einer Option wird. Das hätte dann erhebliche Auswirkungen auf den Markt.

(Bild: everything possible/Shutterstock, Screenshot ECC Köln)

Ralf Theis
Ralf Theis
Ralf Theis ist PR & Marketing Manager bei der Flagbit GmbH & Co. KG. Er ist zuständig für Öffentlichkeitsarbeit, Social Media und Eventorganisation. Er beschäftigt sich intensiv mit aktuellen Trends sowie innovativen Shopkonzepten und bloggt regelmäßig auf ecommerce-forum.de.

Was meinen Sie? Schreiben Sie uns Ihre Meinung!

Dieser Artikel braucht dringend Kommentare. Schreibe den ersten!

Hinweis auf
avatar

wpDiscuz

Unser Artikel hat Ihnen gefallen?

Mit dem E-Commerce Forum Newsletter erhalten Sie die aktuellsten Beiträge direkt in Ihr Postfach.

Weitere Beiträge zum Thema
shutterstock_394099351
WLAN-Hotspots und Teslas – was Norwegen besser macht als Deutschland
shutterstock_231205588
Google Updates: „Mobilegeddon“ gut überstanden und jetzt trotzdem Sichtbarkeit verloren?
shutterstock_338907203
Online Pure Player drängen in den stationären Handel
shutterstock_187652396
Native Advertising – Das Mittel gegen Bannerblindheit?